Siquando nur eine Verhaltensstudie?

Wer hätte das gedacht?

Siquando, bisher heiss gehandelt als Softwareschmiede der Nachfolgeprojekte für w2d und s2d, ist lediglich ein Projekt der Uni Schmallenberg / Fachbereich Verhaltensforschung!

Eine Gruppe von 7 Studenten bekam im Februar 2014 für ihre Abschlussarbeit das Thema "Leidensfähigkeit von Internetusern in Relevanz zu sozialer Kompetenz" gestellt.  In nur wenigen Tagen schafften diese Gruppe es, eine künstliche Testumgebung mit mehreren hundert Probanden zu realisieren. Unter dem Projektnamen "Siquando" wurde eine fiktive Firmenwebpage (genutzte Software hierfür Notepad++) ins Netz gestellt.

Ziel war es, mit völlig überzogenen Versprechungen und fiktiven Terminen die Probanden in extreme Spannung zu versetzen, und diese dann gezielt auf weniger Versprechen und spätere Termine zu vertrösten.

Im ersten Schritt wurden speziell unter deutschen Internetusern Maximalvorstellungen für eine perfekte Webseitensoftware gesammelt. Anschliessend wurden diese auf der "Webseite" als zukünftige Features ausgegeben und mit einem Veröffentlichungstermin versehen. Dabei wurde bewusst den Probanden die Chance eingeräumt die Studie als Fake zu enttarnen. Hierzu musste lediglich der Projektname gegoogelt und der Veröffentlichungstermin geprüft werden. Ein Ergebnis wäre gewesen "wenn überhaupt 1.April".

Interessant ist hierbei, dass 0% diesen Hinweis beachteten.

Schritt 2 der Studie war der Abschnitt "first disappointment". Kommentarlos ließ die Studentengruppe den ersten Veröffentlichungstermin verstreichen. Eine "second finding opportunity" in Form eines versprochenen Newsletters war bereits in der Studie implementiert. Das Interessentenverhalten im Kontext mit nicht gehaltenem Termin und "no message" wurde ausgewertet. Überraschender Weise kam es auch an diesem Step der Studie zu keinerlei Unmut in der Probandencommunity. Ganz im Gegenteil! Es kristallisierten sich "spokesman" aus der Probandengruppe heraus, welche gerade dieses Verhalten nicht nur verteidigten, sondern begrüssten. Eigentlich hatte die Gruppe einen Probandenausfall von über 90% prognostiziert.

Da das Projekt Gefahr lief zeitlich auszuufern, wurde ein "really crass process" zugefügt. Versprochen wurde die Veröffentlichung innerhalb eines Monats mit dem Zusatz das schöne Wetter zu geniessen. Ein Erfolg stellte sich aber auch jetzt nicht ein, die "bounce Rate" betrug weiter 0%.

Im Schritt 3 schuf man in der Probandengruppe mehrere "initiate", welche die anderen Probanden mit Fehlinformationen versorgten. So wurde innerhalb kurzer Zeit das Stadium "highest expectation" geschaffen. Als (gedachtes und erwünschtes) final act ließ die Gruppe auch den 2. Veröffentlichungstermin verstreichen. Zur Absicherung wurde erneut der "no message act" addiert. Doch selbst ausgewiesene Fachleute wurden von den Probanden düpiert. Es kam zu keinerlei Reaktion.

Nun geriet wiederum die Studentengruppe in Panik, sah sie doch ihre Abschlussarbeit gefährdet. Um dieses worst case scenario zu vermeiden, führten sie eine completely unreasonable timeline für den sudden death ein. Zusätzlich wurde eine Testsoftware den Spokesman zugespielt, welche von der Ausstattung weniger bot, als der vor 2 Jahren erschienene Vorgänger. Spokesman verkündeten das Publishing bis zum letze Arbeitstag (Freitag) der gleichen Woche. Nachdem der Termin erneut verstrichen war zeigte die Group Evaluation auch jetzt keinerlei Reaktion. Kurzfristig vermutete deshalb die Studentengruppe, dass sie selbst das Studienobjekt einer Gruppe von Erstsemestern sei. In einer sieben stündigen und recht heftigen Diskussion konnte sie der Dekan der Uni Schmallenberg zwar nicht vom Gegenteil überzeugen, sie aber durch das Versprechen der Exmatrikulation zum Fortführen ihrer Arbeit nötigen. Gute Abschlussnoten waren aber spätestens zu diesem Zeitpunkt per se.

7 Tage nach dem letzten Release Date entschloss sich die Gruppe verzweifelter Studies, die (nur theoretischen) Schritte 4-11 zu überspringen und den Lucky Punch zu setzen. Hierzu wurde erneut ein Spokesman aktiviert und die publication time auf sofort gesetzt. Natürlich wieder ohne wirklich etwas zu veröffentlichen zzgl. dem no message act. Doch auch dies misslang. Als letzter Versuch kam das Instrument "completely mad proceed without rhyme or reason" zum Einsatz. Erst das um wenige Stunden Vertrösten durch den Spokesman, kurz darauf das Veröffentlichen wichtigen Zusatzinfos wie Preise etc. mit der Mitteilung goods in stock, ohne natürlich auf der Probandentestwebseite die gewünschte Ware zum Kauf anzubieten.

Auch dieser letzte Versuch scheiterte. 6 der 7 Studenten wurden darauf in das erste Semester delegiert, der 7. exmatrikuliert und gleichzeitig als 1€Jobber Projektleiter installiert. Hier versucht er nun mit "final and psychedelic Hunbug and trallala" das Projekt zum Abschluss zu bringen. Geplant ist eine degraded version der Software tatsächlich zu verkaufen und die Zufriedenheit nach Pawlow zu ermitteln.

Microsoft hat schon Interesse für das Studienergebnis angemeldet.

Der beschriebene Vorgang und die Uni Schmallenberg wurden zwischenzeitlich als Falsifikat verifiziert!

Die Medizinfachzeitschrift Postillion stellt für zukünftige Studien ein Experimentalmedikament zur Verfügung.

Viel Erfolg!